4. Februar 2013 

Klassiker der Typografie: Futura

 

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Die Anatomie der Futura beruht auf geometrischer Konstruktion

 

Schriftdetails

Schriftart: Futura
Schrift-Charakter: funktional, sachlich, charakterstark
Verwendung: Fachliteratur, geschäftliche Dokumente
Schriftmerkmale: leicht zu lesen (Semi Serif und Semi Sans)
Schriftgießerei: Bauer Type Foundry
Entwickler: Paul Renner (1928, überarbeitet im Jahr 1936)
Erste Veröffentlichung: 1928

Meine Serie „Klassiker der Typografie“ findet heute ihre Fortsetzung und es wird die allseits bekannte Schriftart Futura vorgestellt. Sie zählt zur Familie von „geometrischen“ oder „konstruierten“ serifenlosen Linear-Antiquas. Im Jahr 1927 entstand die Futura und Paul Renner war ihr Erschaffer. Der Einfluss des Bauhaus auf diese Schriftart ist unverkennbar.

Die Futura zeichnet sich durch annähernd gleichmäßige Strichstärken aus. Die Buchstaben wirken sehr geometisch, was am deutlichsten in den fast kreisförmigen Rundungen sichtbar wird. Die Typen wurden auch tatsächlich mit Zirkel und Lineal konsturiert und setzen sich aus den geometrischen Grundformen des Quadrats, des Kreises und des Dreiecks zusammen. Um die Lesbarkeit zu verbessern wurden die Formen jedoch abgeschwächt. So sind etwa die Einläufe der Rundung des „a“ in den senkrechten Strich verjüngt, zudem sind die Kreisformen keine geometrischen Kreise.

Die Tatsache, dass das „j“ nur aus einem Kreis und einem Strich besteht, verdeutlicht den geometrischen Duktus der Futura nochmals. Auch das „a“ und „b“ bestehen lediglich aus einem Kreis und einer Linie. Die Schrift ist sehr gut für Überschriften, wegen der aufrechten Minuskeln und der raumgreifenden Kreisform (siehe „O“ und „Ö“) jeodch weniger für Lauf- und Mengentexte geeignet.

 

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Verschiedene Schriftschnitte der Futura

 

Vornehmlich in den fünfziger- und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts genoss die Futura große Popularität und wird nach wie vor für das Corporate Design von Volkswagen benutzt. Die Hausschift der Universität Leipzig, sowie die Technische Universität Bergakademie Freiberg nutzen sie ebenfalls als Hausschrift. Desweiteren waren/sind mehrere Logos der Parteien im Deutschen Bundestag in der Futura gesetzt.

Auch in diveresen Filmvorspännen- und plakaten des großen Regisseurs Stanley Kubrick fand die Futura Verwendung. Die geschichtsträchtige Mondlandung im Jahre 1969 stand ebenfalls im Zeichen der Futura. Neil Armstrong und Edwin Aldrin hinterlegten dort eine Plakette, die in dieser Schriftart gesetzt war. Im Jahre 1941 kamen auch die Nationnalsozialisten von der Frakturschrift und bedienten sich der Futura beispielsweise beim offiziellen Katalog der jährlichen Großen Deutschen Kunstausstellung.

 

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Der gute alte Setzkasten mit Bleilettern der Futura

 

Wolfgang Beinert klassifiziert Sie als eine konstruierte Grotesk (Geometric). Gemäß der DIN 16518 wird sie in die Gruppe Vld (Serifenlose Linearantiqua, geometrisch konstruiert) eingeordnet.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Futura als eine Hommage an das Bauhaus zu sehen ist. Mit ihr wird der Spirit der einstmals bedeutendsten Kunst- und Gestaltungsakademie wieder lebendig und sie hat auch bis in die heutige Zeit nichts an Bedeutung in verschiedenen Bereichen der Typografie verloren.

 

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