25. August 2012 

Als IT und Screendesign noch in den Kinderschuhen steckten…

 

Der frisch entstaubte und etwas “trashig” anmutende C 64 ist ein Meilenstein in der Geschichte der IT

 

Vor kurzem ist mir bei Aufräumarbeiten im Dachboden ein besonderes Erinnerungsstück aus meiner Kindheit in die Hände gefallen. Ein Commodore 64 (kurz C 64) inkl. Diskettenlaufwerk Floppy 1541 mit schlappen 64 KB Arbeitsspeicher. Es handelt sich bei diesem Gerät sicherlich um einen Meilenstein in der Geschichte der IT, war er doch der erste Homecomputer, der sich in großem Stil in Privathaushalten verbreitete.

Heutzutage bekommt man in jedem Schreibwarenladen einen Taschenrechner, der mit mehr RAM ausgestattet ist, was einiges über die Leistungsfähigkeit des C 64 aussagt. Und als ich dann das Gerät angeschlossen und eingeschaltet hatte, wurde ich zunächst mal von dem niedlichen blauen Startbildschirm begrüßt. Das Screendesign weckte sofort Erinnerungen an die 80er Jahre. Im nächsten Moment hab ich mich dann allerdings gefragt, was man mit dem Ding noch anfangen kann. Heutzutage eigentlich so gut wie nichts mehr. Surfen im Internet ist ausgeschlossen, der Interpreter für die Programmiersprache Basic bietet wenig innovatives und auch sonst gibt es aufgrund der geringen Speicher– und Leistungsdaten kaum noch Anwendungsmöglichkeiten.

 

 

 

Schon damals haben wir den C 64 hauptsächlich als Spielkonsole benutzt und im nächsten Moment ist mir dann auch eine Box mit einer ganzen Sammlung von Spielen auf 5 ¼ zoll Disketten in die Hände gefallen. Als ich dann das ein oder andere Spiel startete, weckte das grobpixlige Screendesign dann erneut Erinnerungen an endlose Spielesessions von einst. Damalige Spielenhallenhits wie “Tetris”, “Pacman”, “Donkeykong” oder “Wonderboy” wurden bis zur Vergasung gespielt. Es gab auch schon eine Reihe relativ anspruchsloser Strategiespiele wie “Hanse”, “Kaiser”, “Fussballmanager” u.v.m. Anspruchsvoller von der Aufmachung her waren da schon Grafikadventures wie “Maniac Manson” und “ZakMcKracken”, dessen Nachfolger “Monkey Island” dann später für Furore sorgen sollte. Eigentlich finde ich die Grafik– und Soundleistung dieses „Spielzeugs“ nachwievor erstaunlich, wenn man bedenkt, wie wenig Ressourcen zur Verfügung stehen. Der Amiga 500 oder Atari ST hatte für damaligen Zeit eine geradezu revolutionäre Grafikleistung und nur wenige konnten ihn sein eigen nennen. Der C 64 war aber ab Mitte der 80er Jahre überall zu finden und brachte für ca. 1000 DM die IT in die heimischen Wohn- und Kinderzimmer.

Ein Internetuntauglicher Rechner ist heutzutage zu nichts mehr zu gebrauchen, das wurde mir schnell klar und die Ära der Homecomputer sollte auch schnell ein jähes Ende finden, denn zeitgleich entwickelten ja schon IT–Giganten wie Microsoft und Apple die Vorläufergeräte der heutigen Computerstandarts PC und MAC. Die Spielkonsolen wurden abgelöst von Computern, die man auch als Arbeitsgeräte am heimischen Schreibtisch einsetzen konnte. Waren Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung an den Homecomputern noch schwer zu bewerkstelligen, haben Microsoft und Adobe hierfür professionelle Werkzeug entwickelt. Die Benutzeroberflächen wurden zu grafisch orientierten Screendesigns und die neu entwickelten Betriebssysteme Windows und MAC OS X erleichterten dem Laien die Handhabung enorm. Die weltweite Vernetzung erweitert die Möglichkeiten der IT geradezu ins unendliche und eine Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen.

Dennoch blicke ich manchmal mit etwas Wehmut an die Zeit zurück, denn dieser rasante Fortschritt bringt nicht nur Vorteile mit sich. Früher musste man ja auch ohne Hochgeschwindigkeitsdatenautobahnen auskommen und es hat funktioniert. Ob durch diese fortschreitende Technisierung und Vernetzung wirklich alles besser geworden ist, bleibt fraglich. Unsere Welt wird dadurch zusehens komplizierter und undurchschaubarer. Facebook, Twitter, Google und Co. bekommen immermehr Macht. Ich halte diese Entwicklung für bedenklich, stoppen lässt sie sich aber wohl nichtmehr.

Mein Fazit lautet, dass es auch mal eine Zeit gab, in der sich nicht alles bequem per Mouseklick oder mit dem Smartphone erledigen lies. Der Wirtschaftskreislauf funktionierte aber dennoch. Ein bewussterer Umgang mit den Errungenschaften der IT liegt mir deshalb am Herzen. Ich möchte meinem Anspruch gerecht werden und mit meinen Screendesigns und Blogbeiträgen einen gewissen Mehrwert schaffen. Dieser Herausforderung stelle ich mich in meiner täglich Arbeit.

 

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Kategorien: #2 Nostalgisches, #8 Archiv

 

 

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